Fotowettbewerb der Tageszeitung junge Welt: Blende 2006

Der Job eines Pressefotografen ist kein leichter. Ohne Leidenschaft für den Beruf ist er nicht zu machen. Die Ausrüstung ist teuer, das Honorar vergleichsweise mickrig und die Bereitschaft deutscher Redaktionen, das abgedruckte Bild auch mit dem Namen seines Urhebers zu versehen, oft gering.

Eigentlich sollen Behörden die Presse bei der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe unterstützen. Doch in der Praxis sieht es häufig anders aus, die Proteste gegen den G-20-Gipfel vor einer Woche in Hamburg sind dafür ein Beispiel. Da bauten sich Mauern von Beamten vor den Kameraobjektiven auf, damit die Fotografen kein Bild von der dahinter stattfindenden Prügelorgie bekommen konnten. Ein Handyfilmer dokumentierte, wie ein Trupp von Bereitschaftspolizisten eine Straße entlangrannte und ein Kameramann den Ellenbogen eines Beamten im vollen Lauf ins Gesicht geschlagen bekam.

Behörden wie das Bundeskriminalamt oder das Bundespresseamt reagierten zudem auf unliebsame Fotografen mit dem Entzug der Akkreditierung für das G-20-Pressezentrum. Ein steter Kampf ist es, das Leben eines Bildberichterstatters. Das Foto zeigt eine Aufnahme des jW-Redakteurs Andre Scheer, der am vergangenen Samstag die Großdemonstration gegen den G-20-Gipfel begleitete und diese Szene am Rande festgehalten hat.

Foto: Andre Scheer / jW

Im Rahmen des von der Prophoto GmbH veranstalteten Fotowettbewerbs »Blende« schicken ambitionierte Amateurfotografinnen und -fotografen in jedem Jahr etwa 80.000 Bilder an Tageszeitungen im gesamten Bundesgebiet. Dabei hat jeder Teilnehmer zwei Gewinnchancen: zuerst bei der eigenen Zeitung, dann beim Marketingverband in Frankfurt am Main.

Die Bilder können bis zum 22. Oktober zu drei verschiedenen Themen und einem Jugendthema eingereicht werden:

  • Thema 1: »Licht und Schatten«
  • Thema 2: »Urbanität - Grossstädte - Street Photography«
  • Thema 3: »Flucht«
  • Thema 4:»Blickwinkel« Jugendthema (für alle bis 18)

Es können Fotos als Papierabzug und seit diesem Jahr auch als digitale Aufnahme mit dem Betreff »Blende 2017« geschickt werden. Nähere Informationen dazu gibt es in den Teilnahmebedingungen.

Also: Ran an die Kameras! Die Welt wartet nur darauf, abgebildet zu werden. Und immer an die goldene Regel des legendären Fotografen Robert Capa denken: »Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, dann warst du nicht nah genug dran.«



Veranstalter:

Sponsoren der »Blende 2016«: